Christliche Wissenschaft in Deutschland

»First on any List«

Zu Beginn eines neuen Jahres fassen wir gern gute Vorsätze – wir nehmen uns vor, Dinge zu erledigen. Vielleicht wollen wir im Haushalt was Neues beginnen oder Sachen, die wir aufgeschoben hatten, erledigen, härter im Job oder in der Schule arbeiten oder körperlich in einen besseren Zustand kommen.

Ich mache gerne Listen, was ich zu tun habe und bin zufrieden, wenn ich eine Sache abhaken kann, um die nächste anzupacken. Unlängst jedoch kamen neue Aufgaben schneller hinzu, als ich alte erledigen konnte. Mit der Zeit fühlte ich mich wegen der begrenzten Möglichkeiten der Situation hilflos ausgeliefert.

Druck und Stress wuchsen an und ich hielt inne, um zu beten – ich schaffte es sowieso nicht, alles zu erledigen. Wenn ich bete, beginne ich damit, meine Sorgen und Pläne beiseite zu legen und meine Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen. Dann kann ich den Anweisungen Gottes lauschen, den ich als das universelle Gemüt verstehe, das Intelligenz, Ordnung und  Klarheit in seiner geistigen Schöpfung zum Ausdruck bringt und uns alle umschließt.

Schnell ging mir die Frage durch den Kopf: was wäre, wenn ich heute nur zu lieben bräuchte, wenn das alles wäre? Ich war überrascht. Ich hatte erwartet, mein Gebet würde mich zu praktischen Ideen führen, wie ich meine Sachen erledigen konnte. Die Frage jedoch fand ich sehr befreiend und ich begann, sie in Betracht zu ziehen.

Ich erinnerte mich an Jesus Christus als er gefragt wurde, welches das wichtigste Gesetz sei. Er nannte diese beiden Gebote: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das erste und größte Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22, 37-39).

Ich überlegte, wie kann ich diese Liebe an erste Stelle setzen? Ich kann demütig und dankbar Gott als unendliche Liebe und die Quelle aller Liebe, die wir zum Ausdruck bringen, anerkennen und dann darauf achten, dass meine Gedanken und Taten während des Tages durch Liebe geleitet werden.

Die Gründerin des Monitors, Mary Baker Eddy schrieb: „Liebe zu Gott und zum Menschen ist der wahre Ansporn zum Heilen wie zum Lehren. Liebe inspiriert, erleuchtet, bestimmt und führt den Weg.“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 454).

Ich dankte Gott und betete darum, besser zu erkennen, dass alle Kinder Gottes in seiner unendlichen Liebe sind. Schließlich wandte ich mich wieder meiner Liste zu. Und ich erkannte, dass ich die Aufgaben ruhig und zuversichtlich mit den notwendigen Informationen und genügend Zeit erledigen konnte.

Gibt es einen besseren Weg, das neue Jahr mit all seinen Aktivitäten und Pflichten zu beginnen, indem wir erkennen, dass die Liebe zu Gott und den Menschen unsere Gedanken und Taten bestens leiten (auch wenn wir Listen schreiben und tun, was notwendig ist)?

(Heidi K. van Patten, Monitor vom 25.12.2017, frei übersetzt von Joachim Paul)